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Ausbau von Betreuungs- und Begleitungsangeboten geplant

OBERNDORF, 20. Juli – Mit einem breiteren Angebot an Betreuungs- und Begleitungsangeboten für Senioren will die Sozialstation im Raum Oberndorf auf eine gewachsene Nachfrage reagieren und ihre Präsenz auf dem Land verstärken.

Andreas Bronner blickt zuversichtlich in die Zukunft. Nach schwierigen Jahren hat der Geschäftsführer der Sozialstation Raum Oberndorf das Dienstleistungsunternehmen wieder in ruhige Fahrwasser gelenkt. Im vergangenen Jahr konnte er die bis dahin erreichte schwarze Null in ein positives Geschäftsergebnis umwandeln. Damit wurden Kapazitäten für einen Ausbau bestehender Angebote frei. Mit knapp 500 Patienten weist seine Kartei rund 100 mehr als noch im Jahr 2010 auf. Für das laufende Jahr sieht Bronner weiteres Wachstum voraus.

„Ohne Veränderungen im Verwaltungsbereich wäre diese Steigerung nicht möglich gewesen“, sagt Bronner nicht ganz ohne Stolz. Die Einführung eines webbasierten Qualitätsmanagementsystems sei ein wesentliches Element der Reorganisation. Rund 15.000 Euro hat Bronner in die neue Struktur investiert. „Eine Summe, die sich schnell lohnt“, wie er betont. Bisher hätten seine rund 80 Mitarbeiterinnen Anweisungen zu neuen Standards, organisatorische Änderungen und Termine immer in Papierform oder per Telefon erhalten. „Jetzt werden alle Neuerungen zentral ins System eingepflegt; jede Mitarbeiterin kann von ihrem persönlichen Rechner aus darauf zugreifen“, erklärt er. „Das stellt sicher, dass mein Team die wechselnden Anforderungen kennt und erleichtert auch ihnen selber die Arbeit.“ Belohnt wurde das Engagement der Sozialstation Raum Oberndorf mit der Bestnote des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK). Dessen Gutachter prüfen im Auftrag der gesetzlichen Pflegekassen, ob Pflegeeinrichtungen vereinbarte Qualitätsstandards einhalten.

Auch bei seinen Mitarbeiterinnen kommen die neuen Strukturen, die schlankere Verwaltung gut an, glaubt Bronner. „Mein Team ist seit einem Jahr gut aufgestellt und leistungsfähig, alle Stellen sind besetzt.“ Nun will sich die Sozialstation mit viel Tatkraft an die Entwicklung weiterer Angebote im Raum Oberndorf machen, so wird zum Beispiel an die Installation eines „Essen-auf-Rädern“-Services vorbereitet. Ausbauen will Bronner im kommenden Jahr auch sogenannte niederschwellige Betreuungsangebote in den Dörfern und vor allem ihren Teilorten. Dafür will die Sozialstation vorhandene Strukturen stärker nutzen. Gedacht ist etwa an regelmäßige Betreuungsnachmittage für Senioren oder Demenzkranke in den Gemeindehäusern, eventuell sogar kombiniert mit Essen auf Rändern. „Damit haben pflegende Angehörige verlässliche freie Tage, die sie häufig benötigen für eigene Termine“, erklärt der Geschäftsführer den Grundgedanken.

Die bisher bereits bestehenden Betreuungs- und Begleitungsangebote sollen darüber hinaus verstärkt werden. „Wichtig ist, dass ältere Menschen am öffentlichen Leben teilhaben können. Es ist viel zu wenig bekannt, dass meine Mitarbeiterinnen nicht nur im Haushalt helfen oder Pflegetätigkeiten übernehmen“, erklärt Bronner. „Wir fahren auch mit Senioren ins Kino oder nach Stuttgart in die Oper, lesen einfach nur vor oder gehen spazieren“, umreißt er das Angebotsspektrum. Wichtig ist ihm in dem Zusammenhang auch das betreute Wohnen zu Hause. „Immer mehr alte Menschen wollen so lange wie möglich zu Hause wohnen, benötigen aber Handreichungen oder gar umfassende Unterstützung beim Einkaufen, Kochen, im Haushalt, wenn sie eine Glühbirne wechseln müssen“, zählt Bronner auf. Für alle diese Menschen will die Sozialstation ab Herbst 2012 unter dem Begriff „Betreutes Wohnen zu Hause“ ein Konzept anbieten.

Bronner ist klar, dass er damit in den kommenden Monaten eine ganze Reihe großer Projekte zu stemmen hat. Doch er ist guten Mutes: „Die Menschen benötigen immer mehr Hilfen, immer stärker differenzierte Angebote, um ihr Leben zu meistern“, sagt er. Er sieht sich als Dienstleister, der die Patienten und ihre Angehörigen dort abholt, wo sie es brauchen. „Und mit einem so motivierten Team wie ich es habe, werden sicher noch mehr Projekte auf den Weg gebracht.“ Da ist er sich ganz sicher.

Veröffentlicht am   2. September 2012