Von der Wohnstube zum modernen Dienstleistungsbetrieb

In den siebziger Jahren…

web-gesch-1970er…des vergangenen Jahrhunderts sinkt in vielen Gemeinden die Zahl der kirchlichen Ordensschwestern in der Gemeindepflege. Es fehlen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Pflege von Menschen in ihrem Zuhause. Kirchen und Gemeinden gründen daraufhin in vielen Orten Sozialstationen. Dort werden hauptberuflich Krankenschwestern und Dorfhelferinnen angestellt. Auch in Oberndorf suchen Vertreter der Kirchen und der Krankenpflegevereine nach einer Lösung des Betreuungsproblems. Am 28. April 1976 beraten Vertreter der Stadt Oberndorf, der AOK, der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden und der Krankenpflegefördervereine zum ersten Mal über die Gründung der Sozialstation Oberndorf. Ein Jahr später, am 30. Juli 1977, stellen die Stadt Oberndorf, die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden sowie die Gemeinden Epfendorf und Fluorn-Winzeln den erste Satzungsentwurf der Sozialstation Oberndorf und einen Kooperationsvertrag vor.

Am 14. Juni 1978…

wird die Sozialstation Oberndorf gegründet. Träger ist die evangelische Kirchengemeinde Oberndorf unter der Leitung von Pfarrer Hudelmayer und Kirchenpfleger Bechert. Kooperationspartner sind die Stadt Oberndorf unter Bürgermeister Egon Halter, die katholischen Kirchengemeinden Oberndorf, Bochingen, Hochmössingen und Epfendorf, die Gemeinde Fluorn-Winzeln, die Evangelische Kirchengemeinde Aistaig. Die bis dahin bei den Kooperationspartnern angestellten Dorfhelferinnen oder Gemeindekrankenschwestern werden von der Sozialstation Raum Oberndorf übernommen. Im Laufe des Jahres werden neun weitere Pflegekräfte eingestellt. Sie sind zuständig für Sozialstation, Kranken- und Altenpflege sowie Haus- und Familienpflege. Im Jahr darauf entsteht die Nachbarschaftshilfe. Sie betreut Klienten vor allem im hauswirtschaftlichen Bereich. Die Einsatzleiterinnen koordinieren die Dienste vom eigenen Wohnzimmer aus.

Am 01.08.1978 desselben Jahres…

…nehmen neben Geschäftsführer und Einsatzleitern neun Pflegekräfte ihren Dienst für die Sozialstation, Kranken- und Altenpflege sowie die Haus- und Familienpflege auf. Im Jahr darauf entsteht die Nachbarschaftshilfe. Sie betreut Kunden vor allem im hauswirtschaftlichen Bereich. Die Einsatzleiterinnen koordinieren die Dienste vom eigenen Wohnzimmer aus.

Bis Anfang der neunziger Jahre…

bleibt die Teilung der Dienstbereiche bei der Sozialstation bestehen. Geschäftsführer ist der für die Evangelische Kirchengemeinde Schramberg bestellte Kirchenpfleger. Es folgen bewegte Jahre für die Einrichtung: 1993 übernimmt Ursula Bogenschütz die Einsatzleitung für Pflegedienst und Nachbarschaftshilfe. Die Sozialstation zieht in das Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Oberndorf, zwei Jahre später folgt die Verwaltung. Die Einführung der Pflegeversicherung zum 1. Januar 1995 verlangt strukturelle Änderungen: Ambulante Pflege und hauswirtschaftliche Versorgung werden gestärkt. Die Sozialstation ändert ihre Gesellschaftsform. Sie heißt nun Sozialstation Raum Oberndorf a. N. gGmbH. Gesellschafter sind die Evangelische Kirchengemeinde Oberndorf a. N. und die Evangelische Kirchengemeinde Aistaig. Am 3. September desselben Jahres erfolgt die Neugründung der Sozialstation Raum Oberndorf gGmbH (gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung). Gesellschafter sind nun alle evangelische und katholische Kirchengemeinden und die drei Kommunen Oberndorf, Fluorn-Winzeln und Epfendorf im Einzugsgebiet der Sozialstation Raum Oberndorf. Die Räume im Dietrich-Bonhoeffer-Haus werden zu eng, die Sozialstation zieht in die Neckarstraße 1, in den ehemaligen HK Gewerbepark.

web-gesch-1995erMitte der neunziger Jahre…

…wird deutlich, dass die Sozialstation in ihrer Struktur den Anforderungen moderner Pflege und Betreuung nicht mehr genügt. Durch die Einführung der Pflegeversicherung 1995 wird der Bereich Nachbarschaftshilfe gestärkt, vor allem die hauswirtschaftliche Versorgung erlebt einen Aufschwung.

Der Gründung der Sozialstation Raum Oberndorf a. N. als gemeinnützige GmbH im Jahr 1996 durch die damals alleinigen Gesellschafter, der Evangelische Kirchengemeinde Oberndorf a. N. und der Evangelische Kirchengemeinde Aistaig folgen Gespräche mit den Kooperationspartnern über eine Neuausrichtung der Geschäftsführung der Station.

Drei Jahre später, am 03. 1999, …

…erfolgt die Neugründung der Sozialstation Raum Oberndorf a. N. gGmbH. Gesellschafter sind nun die evangelische und katholische Kirchengemeinde Oberndorf, erstere als Hauptgesellschafter, die Stadt Oberndorf am Neckar und die Gemeinden Epfendorf und Fluorn-Winzeln. Damit einher geht der Umzug in die neuen Büroräume in der Neckarstraße in Oberndorf.

Nach der Jahrtausendwende…

…wächst die Sozialstation unaufhörlich weiter, wird zum Spezialisten für häusliche Kranken- und Altenpflege im Raum Oberndorf. 2006 lässt sie ihre Arbeit erstmals vom Institut für Qualitätskennzeichnung von sozialen Dienstleistungen (IQD) in Filderstadt bewerten. Der ersten Zertifizierung folgen weitere in den Folgejahren.

2008…

…werden die Räume in der Neckarstraße zu eng. Die Sozialstation zieht in die neu erbauten eigenen Büroräume in der Pfalzstraße 1 in Oberndorf um. Doch auch dort reicht der Platz bald nicht mehr aus. Drei Jahre später versorgt die Sozialstation unter der Leitung von Andreas Bronner fast 500 Patienten in einem 120 km² großen Einzugsgebiet. Sie zählt knapp 80 Mitarbeiter; die meisten davon arbeiten in Teilzeit. Der zunehmende Bedarf an Dienstleistungen stellt wachsende Ansprüche an die Organisation. Bronner strukturiert die Abläufe komplett neu.

2010…

…führt die Sozialstation Raum Oberndorf in Kooperation mit dem Hausnotrufdient Freiburg einen Hausnotrufdienst in ihr Portfolio ein und betreut mittlerweile über 100 Klienten mit einem Hausnotrufanschluss.

2011…

…geht Herbert Kehl in den Ruhestand. Kehl war bis dahin gleichzeitig Geschäftsführer der Sozialstation Raum Oberndorf und Kirchenpfleger der Evangelischen Gesamtkirchenpflege Schramberg. Er hatte die Sozialstation mehr als 20 Jahre lang erfolgreich geleitet. Andreas Bronner wird zum neuen Geschäftsführer der Sozialstation Raum Oberndorf bestellt. Der gebürtige Oberndorfer ist damals 26 Jahre alt. Bronner organisiert in den folgenden Jahren die Sozialstation Raum Oberndorf völlig neu. Ein zeitgemäßer Internetauftritt, stets aktuell gehaltenes Informationsmaterial, eine neue Beschilderung, die Beschriftung der Dienstfahrzeuge und Berufskleidung in einheitlichem Design prägen das neue Erscheinungsbild.

2012…

…erhält die Sozialstation Raum Oberndorf ein neues Erscheinungsbild: Dazu gehören der zeitgemäße Internetauftritt sowie Informationsmaterial, Beschilderung, Auto-Beschriftung und Berufskleidung in einheitlichem Design.

In den folgenden Jahren…

…erweitert die Sozialstation Raum Oberndorf stetig ihr Angebot, bietet etwa ab 2013 in Zusammenarbeit mit dem SRH Krankenhaus einen Mobilen Menü-Service. Bereits im ersten Jahr profitieren davon rund 50 Klienten. Sie bekommen täglich frisch gekochtes Essen in Porzellangeschirr warm nach Hause geliefert. Im Mai 2014 zieht die Sozialstation in die ehemaligen Verlagsräume des Schwarzwälder Boten in die Kirchtorstraße 12. Zunehmend werden Dienste und Verwaltung digitalisiert. Die Touren- und Einsatzplanung erfolgt seit 2014 komplett über Smartphones. In Zusammenarbeit mit den Unternehmen Orgsoft und Agorum entwickelt die Sozialstation Raum Oberndorf das erste Dokumenten-Management-System für ambulante Pflegeeinrichtungen. Belegwesen und Finanzbuchhaltung sind digital und papierfrei organisiert.

Im Jahr 2018…

beschäftigt die Sozialstation Raum Oberndorf gGmbH rund 90 Mitarbeiter*innen. Sie deckt alle ambulanten Dienstleistungsbereiche ab und ist der größte ambulante Pflegedienst im Landkreis Rottweil. Die Mitarbeiter*innen versorgen rund 850 Klienten in ihrem 120 km² Einzugsgebiet. Die Räume in der Kirchtorstraße werden erneut zu klein, die Sozialstation Raum Oberndorf gGmbH plant den Neubau eines zentralen Verwaltungs- und Fuhrparkgebäudes. Dieser soll auf einem bereits 2017 gekauften Grundstück auf dem Lindenhof im Schlehenweg 22 entstehen. Von der Deutschen Fernsehlotterie kommt ein Zuschuss von 300.000 Euro. Im Juli 2018 erfolgt der erste Spatenstich,

der Umzug in den Schlehenweg ist für September 2019 geplant. Nebenher schreibt die Sozialstation ihre Erfolgsgeschichte weiter: Die Einrichtung erhält nach einer Prüfung des medizinischen Dienstes eine glatte 1,0 für ihre qualitätsvolle Arbeit, Yvonne Wöhrle übernimmt die Pflegedienstleitung und die Sozialstation plant ein neues Projekt. Im ehemaligen Hotel Garni Link auf dem Lindenhof sollen 16 Tagespflegeplätze und altersgerechte Wohnungen entstehen. Im Juli 2019 ist der erste Spatenstich geplant.